Eyller Berg und kein Ende

Das Mediationsverfahren in Sachen Eyller Berg zwischen dem Betreiber der Giftmülldeponie und der Bezirksregierung Düsseldorf als Genehmigungsbehörde läuft und läuft und läuft – und ein Ende ist nicht in Sicht. Dabei wollen die Bürger endlich wissen, wie es weitergeht: Wird die Deponie geschlossen oder nicht? Wenn ja, wann? Mittlerweile reißt auch den Grünen der Geduldsfaden. „Ich glaube, dass das Mediationsverfahren nicht zu einem Erfolg führt“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Johannes Tuschen.

Die Frustration der Mitglieder der Bürgerinitiative kann er gut verstehen: „Wir sind mittlerweile auch alle frustriert.“ Johannes Tuschen hat sich über den Sinn und Zweck des Mediationsverfahrens so seine Gedanken gemacht: „Wenn ein Oberverwaltungsgericht bei sieben anhängigen Klageverfahren sagt, wir machen ein Mediationsverfahren, dann muss ich davon ausgehen, dass bestimmte Dinge nicht juristisch einwandfrei sind.“ Allerdings würde er es gern sehen, wenn es jetzt auch durchgezogen würde: „Was ich schade fänd’, wäre, wenn die sagen: Wir lassen’s.“

 

Keiner weiß, wer’s war

Was die Grünen aber außerdem brennend interessiert, ist der Verbleib eines kleinen Waldstücks am Eyller Berg. Da, wo Wald sein sollte, ist keiner mehr – aber wer hat ihn in wessen Auftrag abgeholzt? „Wer hatte die Kontrollfunktion? Wie kann das?“, fragt der Fraktionschef nicht nur sich, sondern auch die Verwaltungen, die für den Eyller Berg zuständig sind. Nur leider wissen die offenbar auch nicht mehr als die Politik und sind ratlos.

Die Redaktion fragte unter anderem beim Regionalforstamt mit Sitz in Wesel an. Dort ist zu hören, dass die Vorgänge rund um den Eyller Berg rund 40 Aktenordner füllen und man nur einen Auftrag habe: die Überwachung der Aufforstung. Die jedoch steht offenbar unter keinem guten Stern: Ein Hochwald wird es wohl nicht werden, denn dieser könnte eine Gefahr für die Abdichtung der Deponie darstellen. Zudem fragt man sich im Regionalforstamt, wo der ganze Mutterboden herkommen soll, den man beispielsweise für eine drei Meter dicke Rekultivierungsschicht bräuchte.

Doch zurück zum verschwundenen Wald: Wo der geblieben ist, weiß auch das Forstamt nicht. Für die Kreisverwaltung spricht hingegen viel dafür, dass die Bäume – es handele sich um eine kleine Fläche – dem Deponiebetrieb zum Opfer gefallen seien. Und für den sei die Bezirksregierung zuständig.

Doch die Grünen wollen auf jeden Fall Klarheit und zu diesem Zweck eine Sondersitzung des Umweltausschusses.

Harry Seelhoff

Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-moers-kamp-lintfort-neukirchen-vluyn-rheurdt-und-issum/eyller-berg-und-kein-ende-id8598554.html