Rayener fordern Luftüberwachung


In der Ortschaft formiert sich der Widerstand gegen die geplante Sonderabfall-Behandlungsanlage am Eyller Berg

Ulrich Blauert, Herbert Bongert, Karin Behrendt-Bongert und Karin Fetzer (v.l.) gehören zu denjenigen, die eine Bürgerinitiative gegen die geplante Sondermüll-Behandlungsanlage ins Leben rufen und in vielfältiger Weise aktiv werden wollen.    Foto: Volker Herold

Ulrich Ernenputsch
Neukirchen- Vluyn/KampLintfort. „Als mein Mann (der sachkundiger Bürger im Rat ist) von der geplanten Behandlungsanlage erfahren hatte, sind alle hier sehr hellhörig geworden", sagt Karin BehrendtBongert. Sie gehört zu den Initiatoren für eine Bürgerinitiative gegen eine Sondermüll-Behandlungsanlage. Den Bürgern von Rayen sei zuvor gar nicht bewusst gewesen, was da so alles auf dem Eyller Berg abgeladen werde. Besonders bedenklich findet Karin Behrendt-Bongert, dass sich Ossendot als zertifiziertes Entsorgungsunternehmen vornehmlich selbst kontrolliere.

Enttäuschung

Enttäuscht sind die Bürger darüber, dass Neukirchen-Vluyn lange Zeit überhaupt nicht informiert und erst nach entsprechenden Forderungen der Stadt mit ins Verfahren genommen worden sei. Karin Behrendt-Bongert kritisiert, dass mit einer Behandlungsanlage alle Anstrengungen der wir4-Kommunen zu strukturellen Verbesserungen konterkariert würden. Als Stichworte nennt sie Fachhochschule, Gewerbegebiet Dieprahm, Naturschutzgebiet Rayener Berg. „Es leiden die Bürger und es leidet der Niederrhein als Erholungsgebiet."

Zugleich macht die engagierte Rayenerin deutlich, dass man bei allen Überlegungen auch das Wohl der Kamp-Lintforter Bürger mit im Blick habe. Die Interessenten für eine Bürgerinitiative treffen sich am 7. Juli um 19 Uhr im Bergheim. Dazu gehört auch Ulrich Blauert, der skandalös findet, dass nicht längst eine lückenlose Luftüberwachung rund um den Eyller Berg erfolgt. Er ist davon überzeugt, dass die Deponiebetreiberin langfristig am Eyller Berg tätig sein will.

Blauert: „Es glaubt doch kein Mensch, dass jemand eine sehr aufwändige Behandlungsanlage nur für sechs Jahre dort bauen möchte."

NRZ/WAZ 4.7.09