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In Kamp-Lintfort sind die Anwohner der Mülldeponie Eyller Berg besorgt

 

BI Giftberg Neukirchen-Vluyn/Kamp-Lintfort will Deponieausbau verhindern


In Kamp-Lintfort sind die Anwohner der Mülldeponie Eyller Berg besorgt. Künftig sollen hier hochgiftige Stoffe mittels "chemisch-physikalischer Behandlung" bearbeitet werden. Die SAD Eyller-Berg in Kamp-Lintfort wird in Arbeitsgemeinschaft Eyller-Berg Abfallbeseitigungsgesellschaft mbH und Ossendot Umweltschutz GmbH betrieben. Seit Jahren donnern täglich bis zu zwölf Lkw-Ladungen mit teils giftigem Müll den Eyller Berg hoch, um dort ihre Fracht abzukippen, sagen die Anwohner. Deswegen leben sie dort in großer Sorge. Rund 80 besorgte Anwohner versammelten sich jetzt im Bergheim in Rayen, um Informationen zum Themenkomplex zu bekommen. Zugleich wurde der Entschluss zur Gründung einer „Bürgerinitiative Giftberg Neukirchen-Vluyn/Kamp-Lintfort” gefasst. Angestrebt wird die Form eines Vereins, der als gemeinnützig anerkannt werden soll.

Sprecher der Bürgerinitiative sind Otto Sartorius für Kamp-Lintfort und Ulrich Blauert für Neukirchen-Vluyn. "Jetzt müssen wir uns an die Feinarbeit machen und die Satzung beschließen", erklärt Sartorius. Kontakte zu anderen Bürgerinitiativen in Deutschland, die ebenfalls gegen solche Abfallanlagen kämpfen beziehungsweise gekämpft haben, sollen geknüpft werden. Zur Verbreitung von Informationen möchte die Gemeinschaft in Kürze mit einer Webside unter „www.giftberg.de” von sich reden machen. „Alles, was an seriösen Informationen zu bekommen ist, wollen wir ins Internet stellen.”

Neben der Ablehnung der von der Eyller-Berg Abfallbeseitigungsgesellschaft beantragten Behandlungsanlage für Sonderabfälle fordert die Bürgerinitiative eine lückenlose Luftüberwachung der Sonderdeponie in Kamp-Lintfort. „Auf der Deponie sind kräftige Erdbewegungen im Gange und große Flächen sind nicht abgedeckt.” Außerdem habe man beobachtet, so der Sprecher der Bürgerinitiative, dass Lkw ganz offen durch das Deponiegelände fahren. "Wenn es nach geltenem Recht geht, ist die Anlage nicht genehmigungsfähig." Rund 360 verschiedene Abfallsorten werden auf dem Eyller Berg "entsorgt", etwa 100 davon seien hoch giftig, teils sogar krebserregend, heißt es. "Der Betrieb muss dort eingestellt werden.

Der Ortsverband DIE LINKE. Kamp-Lintfort lehnt eine chemisch-physikalische Abfallbehandlungsanlage auf
dem Eyller Berg ebenfalls ab.Dazu Alfred van Dalen, Vorstandsmitglied des Ortsverbandes Kamp-Lintfort: Es handelt sich bei den beantragten Stoffen: Chrom VI, PAK und Benzol, um hochgiftige, krebserregende und erbgutschädigende Stoffe, die am Ort des Entstehens recycelt werden müssen. Bei Transport und Behandlung dieser Stoffe können giftige Gase und Stäube mit dem Westwind über das Stadtgebiet getragen werden. Diese können dann eingeatmet werden oder gelangen in den Nahrungskreislauf.

 

 

 

erschienen am: 2009-07-09 im europaticker

Quelle: http://www.umweltruf.de/news/111/news3.php3?nummer=479