NRZ vom 18.07.2009 (Abschrift)

Eyller Berg

Ne Milchkuh soll leben

Da wollen die Herren Ossendot doch klarstellen, dass ihre Sondermüll Deponie eine Deponie der Klasse III keine Giftmülldeponie ist. Dazu erklärt eine Fachfrau für Abfallwirtschaft bei der Bezirksregierung, dass es Giftmülldeponien seit 20 Jahren nicht mehr gibt. Was ist geschehen? Kann da jemand aus Wasser Wein machen? Hat sich der Giftmüll (unter anderem Chromschleifschlämme, Cyanid, weitere giftige Abfallstoffe aus der Industrie) in ganz normalen Hausmüll (der ja auch nicht "ohne" ist) verwandelt?

Nein, aus der Giftmülldeponie wurde eine Deponie der Klasse III. Hört sich doch nicht mehr so schlimm an, ähnlich wie Hühnereier der Güteklasse I bis III. Lassen wir uns nicht täuschen, die Giftmülleier sind Giftmülleier geblieben, auch wenn uns die Betreiber einen anderen Eindruck vermitteln wollen.

Als man aus der Putzfrau eine Raumpflegerin machte, musste sie weiterhin die Arbeiten einer Putzfrau machen, ähnlich dem Hausmeister, der jetzt ein Facility Manager ist. Dann lässt die Eyller Berg Abfallbeseitigungsgesellschaft wissen, dass ja in der Vergangenheit Messungen auf Luftverunreinigungen durchgeführt wurden. Stimmt. Vier Monate im Winter (Staubfahnen im nassen Winter?) die Messstation stand an der Realschule im Windschatten eines Mehrfamilienhauses.

Warum so viele Ungereimtheiten, Verharmlosungen, so viele Vertuschungen? Mit Giftmüll ist nicht Geld, auch nicht viel Geld, sondern extrem viel Geld zu verdienen, das heißt eine Kuh, die so viel Milch gibt, soll leben...

Gerhard Krick, Kamp-Lintfort

 

Bürgerinitiative trifft sich

Kamp Lintfort/Neukirchen-Vluyn.

Die von der EyllerBerg Abfallbeseitigungsgesellschaft beantragte Behandlungsanlage für Sonderabfälle verhindern möchte die "Bürgerinitiative Giftmülldeponie Eyller Berg Neukirchen Vluyn/Kamp Lintfort". Angestrebt wird (wie berichtet) die Gründung eines gemeinnützigen Vereins, für den eine Satzung erarbeitet wurde.

Diese Satzung wird bei der nächsten Versammlung vorgestellt, die am 21.Juli, um 19 Uhr im Vereinsheim des SuSRayen an der Rayener Straße beginnt. Zugleich gibt es Informationen zum aktuellen Stand der Dinge und zum Internet-Forum der neuen Bürgerinitiative. Ott Satorius, einer der Sprecher der Gemeinschaft, geht davon aus, dass es unter www.giftberg.de spätestens Anfang nächster Woche an den Start geht.