Ergänzende Kontrolle ist der Knackpunkt

Die Lineg stellt klar, dass sie keine Grundwasseruntersuchungen am Eyller Berg für die Firma Ossendot durchführt

Kamp-Lintfort. Allein im Labor der Lineg füllt das Thema „Eyller Berg" inzwischen 15 Ordner mit Analysedaten, Bescheiden und Verordnungen. Darauf macht Dr. Harald Heetjans aufmerksam. Andererseits klärt der Leiter des Fachbereichs Chemie darüber auf, dass die Linksrheinische Entwässerungsgenossenschaft keinen Vertrag mit der Eyller-Berg Abfallbeseitigungsgesellschaft (EBA) und damit der Firma Ossendot zur Grundwasserkontrolle  im Umfeld der Abfallhalde habe.

Die von den Genossenschaftlern durchgeführten Untersuchungen erfolgten vielmehr im Rahmen ihrer Aufgabenstellung: Sicherung der Grundwasserstände und -qualität. Dazu unterhalte die Lineg am Eyller Berg 50 bis 60 Messstellen. Früher untersuchten die Genossenschaftler im Abstand von drei Monaten die Grundwasserströme auf eventuelle Kontaminationen hin. Solche Kontrolle erfolgt inzwischen zwei Mal pro Jahr. Auch wurde die Anzahl der untersuchten Parameter (Fremdstoffe) reduziert.

Die Ergebnisse stellt die Lineg jeweils Stadt, Kreis, EBA Ruhrkohle AG und der Bezirksregierung Arnsberg zur Verfügung. Doch auf ergänzende Grundwasserkontrollen hat Ossendot bis dato verzichtet. Und genau das ist der Knackpunkt. Denn die Parameter, die im Labor der Lineg im Blickpunkt stehen, entsprechen, so der Chemiefachmann, nur teilweise denen, die der Gesetzgeber in der Deponieselbstüberwachungsverordnung festgelegt hat.

Andererseits meint Harald Heetjans, dass nach der Verordnung im Grundwasser auch nach Stoffen geforscht werden soll, die weder auf der ehemaligen Hausmülldeponie noch dem vom Bergbau genutzten Deponieteil gelandet sind. „Es macht nicht Sinn, immer einen riesigen Aufwand zu betreiben. Aber das muss zwischen Ossendot und der Behörde geklärt werden."

Nach der Deponieselbstüberwachungsverordnung müsse jährlich eine kleinere und alle fünf Jahre eine große Untersuchung stattfinden. Auch Heetjans lässt keinen Zweifel daran, dass die Hausmüll- und Bergbaudeponie noch „ein bisschen ausbluten". Dadurch kommt es auch (wie berichtet) zu den Salzeinträgen im Grundwasser. Dagegen verfügt die im Betrieb befindliche Sondermülldeponie über eine geregelte Basisabdichtung.          erp.

WAZ 6.8.09 (Abschrift)