Anlage ist unzumutbar

Stadt Neukirchen-Vluyn lehnt Pläne der Eyller-Berg Abfallbeseitigungsgesellschaft ab. Die Gutachten sind teilweise überholt

Neukirchen-Vluyn. Erneut mussten sich die Neukirchen-Vluyner darum bemühen, am Verfahren für die beantragte Sonderabfall-Behandlungsanlage am Eyller Berg beteiligt zu werden. In der Stellungnahme der Verwaltung zu dem Vorhaben, mit der sich der Stadtentwicklungsausschuss am kommenden Mittwoch befasst, sind viele Argumente zusammengetragen, die gegen das Vorhaben sprechen. Gefordert wird, den Untersuchungsraum auf das südlich des Eyller Berges liegende Stadtgebiet von Neukirchen-Vluyn auszudehnen.
Nicht plausibel erscheint den Autoren, warum bei der Bewertung der Frage, welchen Einfluss die Deponie auf Windrichtung und -stärke habe, Bocholt als Vergleichsstandort herangezogen wird.

Konzept zur Überwachung vermisst

In den Antragsunterlagen vermisst die Verwaltung ein Konzept zur Überwachung der Behandlungsanlage, die ohnehin abgelehnt wird. Die Verwirklichung des Projektes sei deshalb zu untersagen, da dieses nicht den laufenden Deponiebetrieb berühren soll. Die Autoren teilen die Bedenken der neuen Bürgerinitiative, dass die EBA nicht annähernd 250 000 Euro in den Bau der Behandlungsanlage investiere, um 2016 Deponie und Anlage dicht zu machen. Außerdem weisen sie darauf hin, dass der Gebietsentwicklungsplan keine derartige Anlage vorsehe und diese den Bürgern auch nicht zugemutet werden könne.
Auch führt die Verwaltung ins Feld, dass die Landesregierung selbst festgestellt habe, dass die vorhandenen Kapazitäten zur Entsorgung und Behandlung von Sondermüll längst ausreichend seien. Damit fehle einer Erweiterung der Deponie und der Behandlungsanlage die Rechtfertigung. Angemahnt werden Aussagen zur technischen Reife und den Gefahren der geplanten Behandlungsanlage.
Auf Ablehnung stößt die von der EBA vorgesehene ungeklärte Einleitung des Regenwassers an der Behandlungsanlage in die Kleine Goorley. „Das Niederschlagswasser ist zu sammeln und zu untersuchen", heißt es in der Stellungnahme. Hinsichtlich der Lärmemissionen wird die Einbeziehung des zusätzlichen Lkw-Verkehrs gefordert, der sich auch durch Rayen bewegen werde.
Als überholt beurteilt die Neukirchen-Vluyner Verwaltung einige andere gutachterliche Aussagen. So werde bei den Geräusch- und Erschütterungsemissionen noch von einer Jahreskapazität für die Behandlungsanlage von 25 000 Tonnen ausgegangen. Doch dieser Wert von 1999 soll jetzt mehr als doppelt so hoch ausfallen. Und bei der Betriebszeit sei jetzt nicht mehr von 7 bis 20 Uhr, sondern von 6 bis 22 Uhr die Rede. erp.

Quelle: WAZ/NRZ 18.8.09 (Abschrift)