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» Eyller Berg

Unheil verharmlost

Im Kommunalwahlprogramm der SPD preist der Bürgermeister Herr Landscheidt die Arbeit seiner Partei und die daraus abzuleitenden Vorteile für die Stadt Kamp-Lintfort an. Hier seien zum Einen hervorgehoben die Bestrebungen der SPD, die Stadt Kamp-Lintfort in Zukunft zu einem Hochschulstandort zu machen und zum Anderen das nahende Ziel, den Bergbau endgültig 2012 aus der Gemeinde zu verbannen, wobei die einzubüßenden Arbeitsplätze in den umliegenden Gewerbegebieten bereits durch 6000 neue Arbeitsplätze kompensiert wurden.


Desweiteren wird Kamp-Lintfort als Kulturstandort gepriesen und die Stadt werde in Erwartung der Hochschulwürden deutlich verschönert durch das Fällen der weißen Riesen und den Bau der neuen Feuerwache.


So weit so gut - denkt sich hier der wache Leser, stellt er sich nun die Frage, wie Landscheidt Hochschul- und Gewerbetreibende für seine Stadt begeistern möchte, wenn in unmittelbarer Nähe - mit seiner Einwilligung - eine Giftmüllaufbereitungsanlage entstehen soll.


Eine Anlage, die vorausschauend die Studenten und Gewerbetreibenden samt ihrer Arbeiter und Anwohner der Gesundheitsgefärdung durch giftige Stäube und andere fragwürdige Belastungen aussetzen wird.


Wie lässt sich ein solches politisches Handeln in Form dieser Entscheidung zum Wohle der Bürger münzen, wo zum Einen Gutes propagiert wird und nahendes Unheil verhamlost, gar verschwiegen und vollends aus dem Wahlprogramm verbannt wurde.

Christof Rohlof, Kamp-Lintfort

WAZ/NRZ 19.8.09 (Abschrift)