Wächst der Eyller Berg?

 

Bürgerinitiative „Eyller Berg" lud zu einer Informationsveranstaltung. Auf der Tagesordnung stand die Klage der Abfallgesellschaft gegen die Bezirksregierung. Anwohner sagen: Die Deponie auf dem Berg dehne sich aus.


Von Christian Schwerdtfeger

Kamp-Lintfort. Tippt man in die Eingabeleiste der Internetsuchmaschine „Google“ das Stichwort „Giftberg“ ein und drückt dann die Taste „Return“ so erscheint in der Ergebnisleiste an dritter Stelle der Verweis auf die Bürgerinitiative gegen die Eyller Berg Abfallgesellschaft. Binnen weniger Wochen ist es den Gegnern gelungen, eine eigene Internetplatform auf die Beine zu stellen. „Da steckt viel harte Arbeit hinter. Aber so können wir unsere Mitlieder und alle anderen Interessierten immer auf dem Laufenden halten“, erklärt Otto Sartorius, Sprecher der Bürgerinitiative „Eyller Giftberg". Aber noch viel mehr Arbeit stehe vor ihnen. Denn das ehrgeizige Ziel des Vereins ist es, die geplante neue Abfallbeseitigungsanlage auf dem Eyller Berg zu verhindern. Grund: Die Anlage sei gefährlich für Mensch und Natur.

Um ihrem Ziel näher zu kommen, trafen sich die Mitglieder in dieser Woche zum dritten Mal zu einer großen Versammlung in ihrem „Vereinshaus" an der Platzanlage des SuS Rayen. Ganz oben auf der Tagesordnung: Die Klage der Eyller Berg Abfallgesellschaft gegen der Bezirksregierung Düsseldorf. Grund für die Klage: Die Bezirksregierung hatte von dem Abfallentsorgungsunternehmen gefordert, die Grundwasseruntersuchungen auf weitere (Schad)-Stoffe auszuweiten und neue Grundwassergütepegel anzulegen – die bisherigen Untersuchungen der Lineg würden nicht ausreichen. Ein weiterer Streitpunkt zwischen der Abfallgesellschaft auf der einen und dem Kreis Wesel sowie der Bezirksregierung auf der anderen Seite ist die Auflage, dass nach Ende der Deponierung auf dem Eyller Berg eine so genannte Deckschicht von etwa fünf bis sechs Metern aufgetragen werden soll, um die Bepflanzung des Berges, also die Rekultivierung, zu ermöglichen – auch in diesem Punkt könnte es zu einer Klage seitens des Abfallentsorgers kommen. Otto Sartorius sagt dazu: „Die Firma hat die Auflagen einzuhalten."

Politik soll aktiv werden


Insbesondere aus Kostengründen dürfe die Gesundheit der Anwohner jetzt und in Zukunft nicht weiter gefährdet werden. Die Politik sei gefordert, mit Nachdruck die Umsetzung der Auflagen einzufordern. Für großen Gesprächstoff auf der Versammlung sorgte vor allem die Ausdehnung der Mülldeponie, die einige Anwohner ausgemacht haben wollen. Um einen Eindruck über die möglichen Ausweitungen zu bekommen, veranstaltet die Bürgerinitiative am Sonntag, 16. August, von 15 bis 16 Uhr für alle Interessierten eine Begehung des Eyller Bergs. Auch die Politiker sind gebeten, an der Veranstaltung teilzunehmen. Treffpunkt ist die Ecke Eyller Bergstraße/Eyller Straße (Zufahrt zur Deponie).


Rheinische Post, 14.8.09 (Abschrift)