Deponiebetreiber suchen den Dialog

Friedrich Ossendot versichert, dass die beantragte Behandlungsanlage zusammen mit der Deponie geschlossen werden soll


Ulrich Ernenputsch

Kamp-Lintfort. Wenn die Mitglieder des Umweltausschusses und interessierte Bürger morgen die Sonderdeponie Eyller Berg besuchen, wollen Friedrich und Ralf Ossendot ihnen Rede und Antwort stehen. Die Betreiber erhoffen sich von der Begegnung auch eine Versachlichung der Debatte um die beantragte Sonderabfall-Behandlungsanlage. Zu Irritationen hatte nicht zuletzt die Düsseldorfer Bezirksregierung beigetragen. Denn Friedrich Ossendot lässt keinen Zweifel daran, dass die beantragte Anlage zwar nach anderem Recht beurteilt wird, aber in unmittelbarer Verbindung mit der Deponie steht.


Auch versichert er, dass sie geschlossen werden soll, sobald der Betrieb auf der Deponie endet. Andererseits warnt Friedrich Ossendot, dass die der Stadt gegenüber abgegebene Prognose für eine Erstbepflanzung des Deponiebereichs bis 2020 nicht einzuhalten sei, wenn der Antrag abgelehnt werde. Dann nehme das Materialdefizit zur Verfüllung der Halde noch weiter zu.

 

Kontrollierte Arbeiten


Die Deponieaktivitäten konzentrieren sich zurzeit auf den Ostteil des Berges. Dort ist Sondermüll aufgehaldet, wobei seitlich Teile der Folie sowie der Kiesschicht erkennbar sind, über die Regenwasser zur deponieeigenen Vorkläranlage und von dort aus zum Klärwerk der Lineg fließt. Direkt daneben wird mit tonhaltigem Material eine von mehreren Lagen der Basisabdichtung für einen neuen Schüttbereich hergestellt. Dabei betont Friedrich Ossendot, dass die Arbeiten unter Aufsicht eines von der Bezirksregierung bestellten Ingenieurbüros stattfinden. Auch hebt er hervor, dass die Eyller-Berg Abfallbeseitigungsgesellschaft in vierfacher Weise möglicher Staubentwicklung vorbeuge.

Der täglich abgeladene Müll werde mit Aushub oder Waschbergen abgedeckt. Weitere Abdeckungen erfolgen mit kalkhaltigen Schlämmen aus der metallverarbeitenden Industrie. Der Müll werde mit Sprinkler befeuchtet. Im Einsatz ist außerdem eine Nebelmaschine, die zuckerhaltiges Wasser versprüht. Die neuen Vorschriften für Sonderdeponien sehen, wie Peter Koll erläutert, eine Einbeziehung der Müllerzeuger in die Verantwortung der Entsorgungskette vor. Die EBA habe dies auch bisher schon so über vertragliche Regelungen gehandhabt.

Der EBA-Leiter für Abfallwirtschaft macht deutlich, dass aufwändige Dokumentationen und Analysen und eine Beurteilung durch die Bezirksregierung gelaufen sind, bevor ein Mülltransporter an der Waage der Deponie ankommt. Die Behörde entscheide auch, ob der Transport mit oder ohne Abdeckung durchgeführt werden muss. Bei der EBA erfolgt ein Gegencheck. „Wir fotografieren auch jede Anlieferung aus Beweissicherheitsgründen", erwähnt Ralf Ossendot ergänzend.

ORTSTERMIN Deponiebesichtigung

Die Mitglieder des Umweltausschusses besichtigen morgen um 14 Uhr die Sonderdeponie Eyller Berg. Auch interessierte Bürger können sich zu diesem Ortstermin einfinden. Nach der Besichtigung tagt der Ausschuss im Sitzungssaal 1 des Rathauses und vertieft das Thema.


WAZ/NRZ 2.9.09 (Abschrift)