Keine Sondermüllexporte geplant

 

Umweltausschuss und interessierte Bürger besuchten gestern die Sonderdeponie Eyller Berg. Rücklagen für die Nachsorge

Vor allem Mitglieder der Bürgerinitiative nutzten den Besuch auf der Sonderdeponie Eyller Berg, um Friedrich und Ralf Ossendot Fragen zum Betrieb zu stellen. Foto: Olaf Fuhrmann


Ulrich Ernenputsch

Kamp-Lintfort. Nachdem Friedrich Ossendot dieser Tage im Gespräch mit der Redak­tion verdeutlicht hatte, dass die Laufzeit der beantragten Behandlungsanlage an die Be­triebsdauer der Sonderdeponie gebunden sein soll, sorgte er gestern in der Sitzung des Umweltausschusses für eine weitere wichtige Klarstellung. Der Geschäftsführer der Eyller-Berg Abfallbeseitigungsgesellschaft (EBA) sagte zu, dass sämtliche behandelten Stoffe zur Verfügung der Lintforter Deponie dienen sollen.

Ossendots standen Rede und Antwort

Diese Festlegung erfreute auch Bernd Schmitz, der in der Bürgerfragestunde gefordert hatte, dass die Anlage abge­lehnt werden müsse, wenn ein Teil der Stoffe andernorts entsorgt werde. Vor der Sitzung kamen die Ausschussmitglie­der auf der Sonderdeponie zusammen, wo sich auch Mitglie­der der Bürgerinitiative und andere Interessenten einfanden. Schon hier standen Fried­rich und Ralf Ossendot den Besuchern Rede und Antwort. Peter Koll erläuterte der gro­ßen Runde das aufwändige Verfahren, bis ein Sondermüll-Transporter an der Deponiewaage anrollen kann.

Informationen zur Behand­lungsanlage gab Diplom-Bau­ingenieurin Nadine Poloczek. Zum Thema „Staubentwicklung" räumte Friedrich Ossen­dot ein, dass diese sich auf einer Deponie nicht vollständig vermeiden lasse. Zudem be­merkte er,'däss die EBA ihren gesamten Antragstext überar­beiten und dabei auch Lösungsvorschläge zu den bereits eingegangenen Einwendungen der Träger öffentlicher Be­lange vorlegen wolle.

Viele Bürger waren auch in der Hoffnung gekommen, den Schüttbereich besichtigen zu können. Aber ihnen machte der stellvertretende Ausschussvorsitzende Uwe Schubert einen Strich durch die Rechnung, der den Zeitaufwand und das Argument ins Feld führte, dass allein die Be­handlungsanlage und eine ergänzende Stellungnahme der Verwaltung die vorgesehenen Themen seien. Andererseits gab er den Enttäuschten den Rat, die Einladung der Depo­niebetreiber anzunehmen, diesen Teil des Eyller Berges zu einem späteren Zeitpunkt zu besichtigen. Auf die Frage nach dem Schüttvolumen gab der EBA-Geschäftsführer zu verstehen, dass der größte Teil der ehedem zur Verfügung ste­henden 2,7 Millionen Kubikmeter schon verbraucht sei.

Jetzt könnten noch rund 300 000 Kubikmeter verfüllt werden. „Wenn die Behand­lungsanlage kommt, haben wir die Hoffnung, die 2002 abgegebenen Prognosen auch halten zu können. Ralf Ossendot stellte klar, dass Rücklagen für die Nachsorge der Sonderdeponie gesetzlich vorgeschrieben und von der Bezirksregie­rung festgelegt worden seien. Und zur Höhe der Halde war zu erfahren, dass diese eine maximale Höhe von 70 Me­tern erreichen werde.

LUFTÜBERWACHUNG

 

Brief an Uhlenberg

Claudia Baitinger vom BUND teilte mit, dass sie Landesumweltminister Uhlenberg im August angeschrieben und um Luftüberwachung im Umfeld der Deponie gebeten ha­be. Sie bat die Stadt um Un­terstützung des Anliegens.

Quelle: WAZ 4.9.09