November 2011

Abschlussbericht zu Bodenuntersuchungen am Eyller Berg liegt vor

Kamp-Lintfort (RP). Das Landesamt für Natur, Umwelt, und Verbraucherschutz hat den Abschlussbericht zu den ersten Bodenuntersuchungen am Eyller Berg vorgelegt. Die vorläufigen Ergebnisse von Ende Oktober seien bestätigt worden, teilte am Dienstag die Düsseldorfer Bezirksregierung mit.

Die Untersuchungen belegen, dass Stoffeinträge in den oberen Bodenbereich stattgefunden hätten. Die Proben waren im September und November genommen worden. Der Bleiwert in den oberen zwei Zentimetern des Bodens sei höher als in den tieferen Bereichen. Deutlich erkennbar sei dies an der Probe, die neben der Staubmessstelle entnommen wurde.

Bis auf die Parameter Blei und Cadmium lägen alle anderen Werte für Schwermetalle innerhalb des Bereiches, der üblicherweise in Böden im ländlichen Raum zu finden sei. Bei Blei und Cadmium werde dieses Niveau in der oberflächennahen Schicht überschritten. In einer Probe aus der oberen Bodenschicht sei ein geringfügig erhöhter PCB-Gehalt festgestellt worden.

Der Wert liege deutlich unter den Beurteilungswerten der Bundes-Bodenschutzverordnung, ab denen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr zu prüfen wären. Die Bezirksregierung hatte das Lanuv mit den Untersuchungen beauftragt, um zu prüfen, ob sich die in den Depositionsmessungen nachweisbaren Stäube auch im Boden niedergeschlagen haben.

Drei Orte wurden zur Probenahme in der Hauptwindrichtung ausgewählt. Einer dieser drei Orte war neben der Staubmessstelle. Die Untersuchung wurde nach der Bodentiefe aufgeteilt.

Die Belastungen wurden oberflächennah (0 bis 2 cm und 2 bis 4 cm) und im Wurzelraum (0 bis 10 cm und 0 bis 30 cm) analysiert. Im Umfeld der Deponie seien in den Monaten April bis August erhöhte Bleikonzentrationen und teilweise erhöhte Nickelwerte in Staubproben gemessen worden. Im September waren die Depositionen unauffällig.

30.11.2011, URL: http://www.rp-online.de/niederrhein-nord/moers/nachrichten/abschlussbericht-zu-bodenuntersuchungen-am-eyller-berg-liegt-vor-1.2622063

Info

Info Das Lanuv wird weitere Untersuchungen durchführen. Der Bericht steht im Internet unter

http://www.lanuv.nrw.de/umwelt/schadensfaelle/andere/Bericht_Eyller_Berg_24112011.pdf

 

BI holt Apotheker- und Ärzte-Initiative ins Boot

Kamp-Lintfort (RP). Die Bürgerinitiative Eyller Berg und die Ärzte- und Apotheker-Initiative Niederrhein haben ihre enge Zusammenarbeit im Widerstand gegen die Giftmülldeponie Eyller Berg vereinbart. In Anbetracht der festgestellten hohen Bleikonzentrationen im Boden und auf Pflanzen sei durch die Mitarbeit der Ärzte und Apotheker nun auch eine fachliche Unterstützung in gesundheitlichen Fragen möglich, teilte Ulrich Blauert, Sprecher der Initiative mit. Für Anfang 2012 ist eine gemeinsame Informationsveranstaltung rund um die Giftmülldeponie in Kamp-Lintfort geplant.

In den letzten Wochen seien weitere Proben durch das Landesamt für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz genommen worden. Die Ergebnisse der Überprüfungen zu weiteren Giftstoffen sollen nach den Informationen der Bürgerinitiative bis Anfang Dezember diesen Jahres vorliegen. Falls Giftstoffe oberhalb der zugelassenen Grenzwerte gefunden wurden, sei die Zusammenarbeit mit der Ärzte- und Apotheke-Initiative hilfreich für die Bewertung der Auswirkungen solcher Giftstoffe.

29.11.2011

Quelle: http://www.rp-online.de/niederrhein-nord/moers/nachrichten/bi-holt-apotheker-und-aerzte-initiative-ins-boot-1.2620935

 

Berieselung mit Grundwasser

Wie BUND-Umweltexpertin Claudia Baitinger jetzt mitteilte, hat der Betreiber der Giftmülldeponie Eyller Berg bei der Bezirksregierung Düsseldorf einen Antrag auf die Entnahme von jährlich 90 000 Kubikmeter Grundwasser gestellt. Damit sollen die Deponie, die Straßen und Wege berieselt werden, um Staubentwicklungen zu verhindern. Für Claudia Baitinger kommt dieser Antrag einem Schuldeingeständnis gleich, die notwendige Berieselung in der Vergangenheit unterlassen zu haben. Baitinger: „Der Druck auf den Betreiber wird größer.“

Der Kamp-Lintforter Lutz Malonek hat unterdessen Kontakt zu einem Umweltmediziner in Bremen aufgenommen, in dessen Institut Urinproben auf 18 Schwermetalle untersucht werden können. Kosten: etwa 80 Euro. Je nach Vorerkrankungen werden diese Kosten auf Antrag an die Krankenkassen und Befürwortung der Untersuchung durch den Hausarzt eventuell erstattet, so Malonek.

Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-moers-kamp-lintfort-neukirchen-vluyn-rheurdt-und-issum/eyller-berg-berieselung-mit-grundwasser-id6116724.html

28.11.2011

 

Unternehmer wehren sich

Der Protest gegen die Giftmülldeponie Eyller Berg weitet sich nun auf die Unternehmerschaft des Gewerbeparks Dieprahm aus. Gemeinsam mit der Bürgerinitiative beauftragte jetzt Martin Ziegler, Geschäftsführer von UFP Deutschland, den Fachanwalt für Verwaltungsrecht und ehemaligen Bürgermeister Thomas Rahner mit der Aufklärung der Vorgänge rund um den Eyller Berg. In einem Brief an alle Unternehmer wirbt Ziegler um Unterstützung: Es geht um die Gesundheit der Mitarbeiter.

„Wir haben hier 67 Prozent Westwind, das heißt, wir werden regelmäßig seit Jahrzehnten mit Gift vollgeweht“, so Martin Ziegler an die Firmenchefs. Seine Sorgfaltspflicht gegenüber seinen 145 Mitarbeitern habe ihn dazu bewogen, jetzt tätig zu werden, so der Geschäftsführer weiter. Der Fachanwalt solle nun prüfen, „ob wir es hier nicht mit Körperverletzung, grober Fahrlässigkeit und anderen Vergehen zu tun haben“.

Anwalt Rahner verlangte bereits im Namen seiner Auftraggeber Martin Ziegler und Ulrich Blauert, Vorsitzender der Bürgerinitiative gegen den Eyller Berg, von der Düsseldorfer Bezirksregierung die „möglichst zeitnahe Übersendung einer vollständigen und chronologisch geordneten Auflistung der bestehenden Genehmigungen zum Betrieb der Sonderabfalldeponie Eyller Berg unter Angabe des Genehmigungsgegenstandes“.

Harry Seelhoff

Quelle: WAZ/NRZ  19.11.2011

 

Konkrete Anliegen

Stadt äußert sich in Sachen Eyller Berg

Die Stadt Kamp-Lintfort fordert die Benennung eines konkreten Endzeitpunktes des Deponiebetriebes sowie eine zeitnahe Rekultivierung der Deponie.

Kamp-Lintfort. „Und genau darauf kommt es der Stadt Kamp-Lintfort bei der Errichtung der Abfallbeseitigungsanlage letztendlich an. Die größte Sorge der Stadt ist es, dass sich am Eyller Berg für einen nicht näher zu bestimmenden Zeitraum oder schlimmstenfalls dauerhaft ein Deponiestandort mit einer Abfallbehandlungsanlage verfestigt“, betont Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt.

Deshalb geht es der Stadt bei der immisionsschutzrechtlichen Genehmigung grundsätzlich um vier wesentliche Aspekte. Zum einen darum, dass das Ende der Deponie konkret benannt wird und dass die Abfallbehandlungsanlage ausschließlich dem Ziel dient, die auf dem Eyller Berg zu verbringenden Abflälle vorzubehandeln und keine Materialien aufbereitet werden, die an anderer Stelle verwertet worden. Ferner soll eine Rückbauverpflichtung umgehend nach Ablauf der Betriebsgenehmigung für die Abfallbehandlungsanlage übernommen werden und die Rekultivierung und damit die Herstellung des Waldes innerhalb eines Jahres nach Ablauf der Betriebsgenehmigung erfolgen. „Genau diese Aspekte stellen neben den weiteren, bereits im laufenden Genehmigungsverfahren mitgeteilten Anforderungen die für die Stadt wesentlichen städtebaulichen Belange dar“, betont Landscheidt. Jedoch stellt sich für die Stadt bei den langen Diskussionen mit der Bezirksregierung über die Zulässigkeit nach § 35 oder § 38 BauGB die Frage nach dem Sinn. „Wir haben die Sorge, dass die Bezirksregierung als zuständige Genehmigungsbehörde nur deshalb § 38 BauGB als Genehmigungsgrundlage heranzieht, da diese vier wesentlichen Anforderungen gar nicht durch die Genehmigung erfüllt werden können“ erläutert der Bürgermeister seine Bedenken. Denn § 38 BauGB bedeutet letztendlich immer einen Vorrang für die „privilegierte“ Fachplanung und es wäre hiernach durchaus zulässig, eine Genehmigung für eine Abfallbehandlungsanlage zu erteilen, die nicht ausschließlich der Deponie dient. Befürchtet wird also, dass zum einen die Anlage tatsächlich nicht nur dem Deponiebetrieb dient, und zum anderen kein konkreter Endzeitpunkt des Betriebes benannt werden wird.

Wochen-Anzeiger, 16.11.2011 (Abschrift)

 

 
Weitere Beiträge...
Seitenaufrufe : 1574599