Juli 2012

BUND erstattet Anzeige gegen Deponie-Betreiber

Kamp-Lintfort (RP). Nach der SPD-Fraktion in Kamp-Lintfort hat gestern auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Strafanzeige gegen die Betreiber der Sondermülldeponie Eyller Berg wegen "des Anfangsverdachts des unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfällen und des unerlaubten Betreibens einer Abfallentsorgungsanlage" bei der zuständigen Staatsanwaltschaft eingereicht.

Weiterlesen...

 

Umweltskandal um Giftmülldeponie am Niederrhein

02.07.2012 | 21:35 Uhr

Die Städte Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn, eine Bürgerinitiative sowie die Umweltschützer vom BUND kämpfen gegen eine Giftmülldeponie. Der Betreiber weist die Vorwürfe zurück

Es sei ein Skandal, der „mafiös unter den Teppich gekehrt werden“ soll – das ist die Einschätzung der Bürgerinitiative. Einen „ungeheuren Vorgang“ nennt es der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und erstattete Strafanzeige. „Der Umweltminister ist involviert. Wir erwarten jetzt ein Handeln“, verkündete jüngst Kamp-Lintforts Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt. Alle fordern die sofortige Schließung der Giftmülldeponie Eyller Berg – doch die Aufsichtsbehörde gibt sich machtlos.

Im Juni 2009 brachte ein Artikel der NRZ „Krebserregendes am Eyller Berg“ den Stein ins Rollen. Der Kreis Wesel äußerte grundsätzliche Bedenken gegen die vom Deponiebetreiber, der Eyller-Berg Abfallbeseitigungsgesellschaft, auf der Deponie geplante chemisch-physikalische Abfallbehandlungsanlage. Claudia Baitinger, Sprecherin des BUND-Arbeitskreises technischer Umweltschutz, prüfte die Akten und kam zu dem Schluss, dass dort hochgiftige Abfälle behandelt werden sollen: „Chrom VI ist einer der krebserregendsten Stoffe.“ Schon 2009 erklärte sie, dass die Anlage aus ihrer Sicht nicht genehmigungsfähig sei.

Weiterlesen...

 

Eyller Berg: BUND erstattet Anzeige

Umweltschützer: Das Maß ist voll. Staatsanwalt soll Aufsichtsbehörde überprüfen

Kamp-Lintfort. Gestern erstattete der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Strafanzeige unter anderem wegen des Anfangsverdachtes des unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfällen und des unerlaubten Betreibens einer Abfallentsorgungsanlage bei der zuständigen Moerser Staatsanwaltschaft. „Das Maß ist voll", so die Sprecherin des Arbeitskreises technischer Umweltschutz, Claudia Baitinger.

Nachdem nunmehr offiziell feststehe, so Baitinger, dass die Sondermülldeponie weit über den in der ursprünglichen Genehmigung von 1983 festgelegten Höhenplan von 1969 hinaus verfüllt wurde und auch weiterhin ohne erkennbare Einschränkungen verfüllt werde, wende sich der BUND an die Staatsanwaltschaft mit der Bitte um Überprüfung dieses seiner Auffassung nach „ungeheuren Vorgangs".

Baitinger: „Nach den geltenden Gesetzen hätte ein derart gravierendes Abweichen von der Ursprungsgenehmigung mit einer umfassenden Umweltverträglichkeitsprüfung unter Beteiligung der Öffentlichkeit zwingend einhergehen müssen." Ob die nach Auffassung des BUND illegale Verfüllung mit oder ohne Duldung der Aufsichtsbehörde erfolgte und weiterhin erfolgt, möge nunmehr die Staatsanwaltschaft mitklären.

„Umweltschutz ist nicht verhandelbar und darf nicht hinter wirtschaftlichen Erwägungen zurücktreten", so Claudia Baitinger. Um die genehmigungsrechtliche Situation auch „in der Tiefe" klären zu können, hat der BUND der Oberen Bergbehörde nach Umweltinformationsgesetz Fragen zur Langzeitsicherheit der Deponie und des Grundwassers vor dem Hintergrund langjähriger bergbaulicher Einwirkungen gestellt.

WAZ/NRZ 05.07.2012

 
Seitenaufrufe : 1572356