April 2013

PCB im Grünkohl

Umfeldmessungen am Eyller Berg

Kamp-Lintfort. Das Landesumweltamt hat Salat- und Gemüseproben des vergangenen Jahres aus dem näheren Umfeld des Eyller Berges auf eine Belastung mit Schwermetallen, PCB (polychlorierte Biphenyle - giftige und krebsauslösende Chlorverbindungen) und Dioxinen untersucht. Das Ergebnis: Bei zwei Grünkohlproben wurden erhöhte PCBWerte gefunden.

Unter Berücksichtigung der maximal tolerierbaren Aufnahmemengen von PCB hat das Landesumweltamt eine rechnerische Risikoabschätzung durchgeführt und daraus eine Verzehrempfehlung abgeleitet. Für folgende Bereiche des Gestfelds wird vorsorglich empfohlen, wöchentlich nicht mehr als zwei Portionen (300 Gramm) dort angebauten. Grünkohls zu verzehren: im Westen, Bereich Eyller Straße und nach Nordosten verlaufend bis zur Bahnhofstraße; dann nach Osten weiter über die Kleingartenanlage und in südöstlicher Richtung entlang der Bebauungsgrenze bis FriedrichHeinrich-Allee; der Allee nach Süden folgend bis Höhe Dickmannshof und von dort aus über den Bergweg wieder zur Eyller Straße.

Zur Ursache der Belastung liegen der Bezirksregierung noch keine gesicherten Erkenntnisse vor. Es ist daher möglich, dass auch in diesem Jahr erhöhte Werte auftreten.

WAZ 26.04.2013

 

Unterstützung von allen Parteien

In der Begegnungsstätte Alte Scheune präsentierte die Initiative Endlager Mensch ein Gutachten zum Thema Eyller Berg.

„Die Parteien stehen hinter uns“, freute sich Lutz Malonek, einer der Sprecher der „Initiative Endlager Mensch“, die sich gegen die von der Mülldeponie Eyller Berg ausgehenden gesundheitlichen Gefahren wendet. Malonek und seine Mitstreiter hatten in die Begegnungsstätte Alte Scheune auf dem Klosterberg eingeladen, um die Ergebnisse eines von ihnen in Auftrag gegebenen Gutachtens zu präsentieren.
Gutachten in Düsseldorf übergeben

Bereits am Donnerstag vergangener Woche hatte die Initiative Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) in Düsseldorf besucht, um ihm das Gutachten zu übergeben. Dr. Walter Wortberg, Umweltmediziner und Sachverständiger aus Lüdenscheid, hatte Urin, Boden- und Schneewasserproben analysiert. Malonek: „Die Befürchtungen der Anwohner am Eyller Berg haben sich inhaltlich bestätigt. Aus umweltmedizinischer Sicht muss man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, über 95 Prozent, davon ausgehen, dass ein ursächlicher Zusammenhang von chronischen Erkrankungen und Krebs der Anwohner in nahe gelegenen Wohngebieten und der Mülldeponie und ihren Gifttransporten besteht.“

Die vielfältigen Metallbelastungen ließen keinen anderen Schluss zu. Überall seien Cadmium, Zinn, Kupfer, Nickel und Arsen im Urin und den Bodenproben vor, Blei im Schneewasser und im Boden. Nach Maloneks Einschätzung könne das „doch kein Zufall sein! Als Quelle und damit Ursache kommt nur die nahe liegende Mülldeponie in Frage“.
Expertenkommission gebildet

Das Ergebnis des Gesprächs in Düsseldorf sei die sofortige Bildung einer Expertenkommission aus Vertretern des Umwelt- und Gesundheitsministeriums, des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz und des Kreisgesundheitsamts. Wortberg und die Interessengemeinschaft Endlager Mensch seien auch beteiligt, so Malonek. Bereits in drei Wochen könne die Kommission ihre Arbeit aufnehmen.

Auch einige Kamp-Lintforter hatten den Weg in die Alte Scheune gefunden. Sie stellten den Präsentatoren des Gutachtens, aber auch den Politikern fragen.

Wolfgang Krause

Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-moers-kamp-lintfort-neukirchen-vluyn-rheurdt-und-issum/unterstuetzung-von-allen-parteien-aimp-id7874769.html

 

Eyller Berg: Kuhhandel hinter verschlossenen Türen

Nichts tut sich in Sachen Eyller Berg – dabei sollte das Mediationsverfahren vor dem Oberlandesgericht zwischen dem Betreiber der Giftmülldeponie und der Bezirksregierung in Düsseldorf vor Ostern beendet werden. Die Redaktion fragte Ulrich Blauert, Sprecher der Bürgerinitiative gegen den Giftberg, nach seiner Einschätzung der Lage.

Bislang ist kein Ende des Mediationsverfahrens abzusehen. Was erwarten sie als Ergebnis?

Wie befürchten, dass ein Vergleich präsentiert wird, in dem die Nichteinrichtung einer Chemisch-Physikalischen Abfallbehandlungsanlage als Erfolg verkauft werden soll.

Aber sie würden dies nicht als Erfolg werten?

Es könnte sein, dass für dieses „Bauernopfer“ die Bezirksregierung in allen anderen Punkten nachgibt – bei den restlichen Füllmengen, der Höhe, den Außenwinkeln sowie der Rekultivierung würde dann wahrscheinlich der Unternehmer seine Vorstellungen durchsetzen.

Dann wäre der Antrag auf Genehmigung der Abfallbehandlungsanlage auf dem Eyller Berg ja nichts anderes gewesen als Spiegelfechterei...

Die Anlage ist nicht genehmigungsfähig und außerdem wirtschaftlicher Unsinn. Anderenfalls wäre sie deutlich früher gebaut und nicht erst kürzlich zur Anhörung gebracht worden. Wir gehen mittlerweile fest davon aus, dass ein Kuhhandel unter Ausschluss der Öffentlichkeit vereinbart wurde.

Ein Kuhhandel als Ergebnis eines gerichtlichen Mediationsverfahrens?

Wir als Bürgerinitiative haben einen Lernprozess durchlaufen und kommen heute zu der Einschätzung, dass die Bezirksregierung in die Mediation geflüchtet ist.

Geflüchtet wovor?

Ihr Ziel war nach unserer Meinung nicht nicht etwa ein Verfahren unter Beteiligung der Städte Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn und der Bürgerinitiative, sondern nur die Vermeidung eines peinlichen Rechtsstreits, in dem gravierende Mängel der Bezirksregierung hätten aufgedeckt werden können. Die Genehmigungsbehörde und der Deponiebetreiber hätten in diesem Fall sehr starke gemeinsame Interessen. Das wiederum würde nur einen Schluss zulassen: Die Bürger wurden in diesem Fall belogen und hingehalten.

Harte Worte.

Es gibt mehrere klare Stellungnahmen sowohl von Umweltminister Johannes Remmel als auch von der Regierungspräsidentin Anne Lütges. In jedem Fall wurde die Beteiligung der Stadt beziehungsweise der Städte bei der Mediation als selbstverständlich zugesagt. Auch die Verbindlichkeit des Höhenplanes von 1969 wurde immer wieder sowohl vom Umweltminister als auch von der Regierungspräsidentin bestätigt.

 

Harry Seelhoff

Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-rheinberg-xanten-alpen-und-sonsbeck/eyller-berg-kuhhandel-hinter-verschlossenen-tueren-aimp-id7815628.html

 

Mediation sollte längst beendet sein

Dass Umweltminister Johannes Remmel gerne bereit ist, mit der Bürgerinitiative gegen die Giftmülldeponie Eyller Berg Ende Mai über eben diesen zu sprechen, stimmt die Sprecher Ulrich Blauert und Bernhard Schmitz nicht froh. In einem Brief an das Umweltministerium machen sie ihrem Ärger Luft.

„Beziehen Sie sich – und den Eindruck habe ich – auf das Thema Mediation oder geht es auch um den ,Prüfauftrag’ bezüglich Hinzuziehung eines unabhängigen Sachverständigen im Zusammenhang mit den befürchteten bergbaulichen Einwirkungen auf die Deponie?“, fragt Ulrich Blauert. „Falls das Gespräch im Sachzusammenhang mit der Mediation stehen soll, wissen wir offen gesagt nicht, was wir davon halten sollen. Es gibt die eindeutige Aussage der Frau Regierungspräsidentin Anne Lütges im Rahmen eines Treffen mit den örtlichen Grünen, dass die Mediation keinesfalls bis Ostern dauern wird. Auch bei einem Gespräch in Düsseldorf im November unter Teilnahme des Umweltministers Johannes Remmel hat die Regierungspräsidentin klar gesagt, dass es bei der Mediation nur um erste Gespräche geht und natürlich danach Beteiligung hergestellt wird. Wenn jetzt weitere zwei Monate verstreichen sollen, fragen wir uns, ob die Bürger überhaupt ernst genommen werden.“

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