Presseartikel

 

LESER KLARTEXT

Eyller Berg

Das ist skandalös

Es ist erschreckend und zugleich skandalös, wenn man aus der Presse erfährt, wie verantwortlicher Politiker unserer Stadt wohlwollende Verträge, in 2002, mit dem Betreiber der Giftmülldeponie beschlossen haben.

Da die Betreibung der Giftdeponie (vom Land NRW genehmigt) in Zukunft ausläuft, versucht die Betreibergesellschaft wohl, ohne Rücksicht auf die Gesundheit der Menschen und der Umwelt, eine neue Einnahmequelle zu erschließen. Dieser Vorgang wurde auch noch von unseren gewählten Bürgervertretern bedingungslos unterstützt. Die Gefahren für die Bürger und Umwelt wurde von ihnen billigend in Kauf genommen. Gab oder gibt es wirklich keinen Volksvertreter, der im Vorfeld auf diese Gefahren beziehungsweise die Bürger auf dieses brisante Thema hingewiesen hat? Ich möchte mich, auch im Namen meiner Nachbarschaft, bei allen daran Beteiligten für die aufklärende Arbeit und für die außerordentlich beispielhaften Verträge bedanken.

Karl-Heinz Seigner, Kamp-Lintfort

Donnerstag, 18. Juni 2009

 

 

Krebserregendes am Eyller Berg

eyll1

Der Landschaftsplan legt für den Eyller Berg verbindlich fest: Herrichtung eines Waldes zum Zwecke der Erholung. Aber vorher Behandlung giftiger Stäube?      Foto: Olaf Fuhrmann

Kreis Wesel will keine chemisch-physikalische Abfallbehandlungsanlage. Es gebe gas- und staubförmige Immissionen

Harry Seelhoff

Kamp-Lintfort. Wenn die Deponierung von Abfall am Eyller Berg beendet ist, dann ist im Landschaftsplan des Kreises Wesel klar geregelt, was geschehen soll: Auf dem Eyller Berg soll ein Wald entstehen, das Gebiet soll der Erholung der Menschen dienen. Der Bau einer „chemisch-physikalischen Abfallbehandlungsanlage" würde diesem Ziel wohl nicht dienen. Daher hat der Kreis nach NRZ-Informationen grundsätzliche Bedenken hinsichtlich der Zulässigkeit einer solchen Anlage.

Die Betreibergesellschaft der Mülldeponie, die EyllerBerg-Abfallbeseitigungsgesellschaft, schloss jedoch bereits Anfang 2002 einen Vertrag mit der Stadt Kamp-Lintfort. Und in dem stimmte die Stadt der Abfallbehandlungsanlage zu.

Rekultivierung gegen wirtschaftliche Interessen

Wörtlich: „Insbesondere erfasst die Zustimmung der Stadt: ...die Errichtung und den Betrieb einer Abfallbehandlungsanlage...", für die die Eyller-Berg-Abfallbeseitigungsgesellschaft bei der Bezirksregierung Düsseldorf ein Genehmigungsverfahren betreibe. Im Sommer letzten Jahres fand bei der Bezirksregierung dann ein Besprechungstermin statt.

Dort war von „erheblichen arbeitsschutzrechtlichen Bedenken" die Rede, da die Abfallbehandlung in einer Halle stattfinden solle und es sich um krebserregende Stoffe, zum Beispiel PAK's, ChromVI-Verbindungen und Benzol handele. Klärungsbedarf gab es auch beim möglicherweise mit Stäuben belasteten Regenwasser, das von Dächern in die Kleine Gorley gelangen kann.

Nach NRZ-Informationen dürfte eine „chemisch-physikalische Abfallbehandlungsanlage" außerdem nur auf dem Eyller Berg gebaut werden wenn sie ausschließlich der Deponie dient und eine Rekultivierung nicht behindert.

Das „Wohlverhalten" als beiderseitige Verpflichtung

Eine andere Anlage wäre gar nicht zulässig. Jedoch heißt es in Paragraph 12 des Vertrages zwischen Stadt und Deponiebetreiber: „Die Vertragsparteien verpflichten sich bei allen den Eyller Berg betreffenden Fragen zu gegenseitigem Wohlverhalten, um einvernehmliche Lösungen zu erreichen."

GIFTIGE VERBINDUNG Wasser ist gefährdet

Beispiel Chrom-VI: Schädlich für die Umwelt. Langzeitschäden bei Wasserorganismen, stark wassergefährdend. Unter www.gifte.de ist zu lesen: Bereits bei einer Temperatur von 20° kommt es schnell zu einer toxischen Kontamination der Luft.

13.6.09 NRZ/WAZ (Abschrift)

 

LESERBRIEF

Sondermüll


Eyller Berg

Es ist bei allen Müllentsorgern der Republik bekannt, dass sich Müll immer das billigste Loch aussucht. Ließt man die Lobeshymnen im Artikel über die Müllentsorger am Eyller Berg–Firma Ossendot muss die Sondermülldeponie eine einzigartige Ausnahme sein. Dass darin Herr Dr. Ossendot die Deponie als eine der modernsten Sondermülldeponien im Lande bezeichnet, ist verständlich, denn Jede Mutter lobt ihre Butter".

Wer den Artikel vom 11. Januar geschrieben hat, ist nicht zu ersehen. Wird doch wohl nicht eine Pressemitteilung der Stadt KampLintfort sein? – Hat man das Stinkjahr 2004/05 vergessen, als die Firma Ossendot an der Entsorgung der Kokerei in Duisburg (IKEA-Gelände) verdiente und den betroffenen Bürgern erzählte, es riecht ja gar nicht und wenn, dann ist es in keinster Weise gefährlich? Zu verstehen wäre es schon, wenn man den Vertrag zwischen der Firma Ossendot und der Stadt Kamp-Lintfort liest. Dort ist zu entnehmen, die Vertragspartner verpflichten sich zu gegenseitigen „Wohlverhalten", oder übersetzt „haust Du mich nicht, soll es Dein Schaden nicht sein". Wachstum?

Die Laufzeit der Sondermülldeponie Eyller Berg ist bis zum Jahr 2020 projektiert. Soll das Projekt verlängert werden oder gar erweitert werden? So zumindest drängt es sich auf, wenn man den Artikel liest und das Bild betrachtet. Mag ja sein das die Firma Ossendot ein Labor zur chemischen Analyse von Schadstoffen und ähnliches betreibt, aber wer glaubt denn ernsthaft, dass das Labor mitsamt seinen Mitarbeiten Bestand hat, wenn im Jahr 2020 der „Deckel" auf den Eyller Berg kommt.

Zum Schluss noch etwas zur Informationskultur. Zwischen der Firma Ossendot und der Stadtverwaltung mag es ja einen funktionierenden Informationsaustausch geben, aber danach ist Schluss. Wie sonst ist zu erklären, dass bis heute die Bürger nicht informiert wurden, was aus dein Antrag der Firma Ossendot aus 2004 wurde, die Müllanfahrzeiten und auch die Betriebszeiten auf der Deponie großzügig zu verlängern.

Tolle Informationskultur!

Gerhard Krick Kamp-Lintfort

Rheinische Post 17.1.06 (Abschrift)

 

Offene Fragen zum Eyller Berg



KAMP-LINTFORT (aka) In einem Brief an Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt fordert die „Bürgerinitiative Giftmülldeponie Eyller Berg" die Beantwortung offener Fragen ein. „Ihr Angebot, mit der Bürgerinitiative in einen offenen und konstruktiven Dialog einzutreten, setzt voraus, dass unsere Fragen beantwortet werden", heißt es im Schreiben von Vorstandssprecher Ulrich Blauert. Er will außerdem wissen, ob die Verwaltung weitere Informationen zur Sondermülldeponie Eyller Berg von der Bezirksregierung Düsseldorf erhalten hat. Die Stadtverwaltung hatte einen Fragenkatalog nach Düsseldorf geschickt. Falls das Antwortschreiben vorliegt, will die Bürgerinitiative Einsicht nehmen.

Weiterlesen...

 
Seitenaufrufe : 1572356